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Logbuch der Anthana << aktueller Logbucheintrag


22.09.2007 
Lat 31° 30,505' N      Lon 009° 46,458' W
Hafentag in Essaouira - Marokkos Flair schnuppern
Nach einem Nachttörn haben wir uns wieder einen Hafentag verdient - zumal wir schon über 400 sm hinter uns haben und nur noch rund 240 sm bis Lanzarote bzw. La Graciosa vor uns liegen.

Also mal wieder ausschlafen - morgens begrüßt einer der Offziellen den Skipper - der Offizielle, der so witzig beim Einklarieren war: Was haben sie an Bord, Waffen, Zigaretten, ... - Skipper: Keine Waffen, keine Drogen, aber ich persönlich habe vier oder fünf Schachteln Zigaretten zuviel dabei... - Gib mir eine Schachtel, dann ist der Rest OK... - Skipper mit langem Gesicht und keiner Antwort - Lachen des Offiziellen und A Joke, a joke, it is OK...

Unser Nachbar, an dem wir fest gemacht haben, will sich ab 1600 LT in die Bucht zum Ankern verholen... es sei ihm im Hafen zu laut, zu schmutzig... WIr haben keine Lust uns bei dem starken Wind im engen Hafen zu verholen und versuchen ihn mit mangelnden Sprachkenntnissen zu überreden. Später kommt sein deutsch sprechender Kumpel, der uns schon in Mohammedia per Funk ansprach - Skipper und Auslandsbeauftragter Willi bearbeiten ihn mit unsicherem Erfolg...

Die Crew geht erstmal zum Stadtbummel und berichtet später begeistert vom Flair der marokkanischen Stadt. Der Skipper widmet sich dem Logbuch - auf der Nachbaryacht tut sich erfreulicherweise nichts und Jürgen, Lars und Willi machen sich auf zum Hammam. Sie berichten später von ganzen Hautwürsten, die bei ihnen beim Peeling runter gekommen seien.

Gegen 2300 BZ gehen wir alle gemeinsam in einem tollen Resaurant an der Stadtmauer / Festungsmauer essen - klasse Gerichte und ein sehr guter marokkanischer Wein! Der Skipper schläft im Lokal mitten in der Bewegung, sich eine Zigarette anzustecken ein...


21.09.2007 
Lat 31° 30,505' N      Lon 009° 46,458' W
Vor Afrikas Küste segeln und motoren
Die Offiziellen meinen N 3-4 am Abend N-NE 4-5 - Windfinder meint N-NW 4-6...

Die Realität ist, dass der Skipper mangels Wind um 0400 mal wieder zum Segel bergen geweckt wird - er konnte ja auch schon gen 0200 einschlafen... und bleibt gleich bis zu seiner Alleinwache wach.

Nachmittgas um 1500 BZ dann endlich wieder Wind. Je mehr wir uns Essaouira nähern, desto mehr nimmt der Wind zu - schön für uns zum Segeln. Ist doch lt. Törnführer Essaouira als Starkwindbereich mit hohem Seegang und vorgelagerten Untiefen bekannt. Könnte nur beim Einlaufen in die Bucht und in den Hafenbereich ein wenig problematisch sein, da der Hafen einerseits lt. Skizze eng wirkt, hauptsächlich ein Fischereihafen ist und nur für 4 Yachten Platz bieten soll... Aber wir brauchen ja nur einen Platz - so der Skipper (hat er von Andrea gelernt!)

ALs wir uns mit geborgenen Segeln der Ansteuerung nähern, wissen wir was der Törnführer meint: über 15 Grad müssen wir vorhalten, um auf dem Ansteuerungskurs zu bleiben und ggf. kurzfristig den Vorhalt reduzieren, sobald Wind oder Welle nachlassen. Alles ist gut, sobald wir die Hafenmolen passiert haben, am Jachtponton liegen schon sechs Jachten in zwei Päckchen und am vordersten wird uns zum Anlegen gewunken...

Um 1930 BZ fest und dann 1 Stunde mit netten Gesprächen bei wieder sehr freundlichen Beamten für die Formalitäten verbringen während die Crew sich schon Sorgen macht...

Dann durch die Altstadtgassen der alten Festungsanlage der Portugiesen, ein ansprechendes Lokal, wenn auch touristisch angehaucht, gefunden und lecker gegessen, von Coucous bis hin zu ...

Nach Mitternacht fallen alle satt in die Kojen...


20.09.2007 
Lat 33° 11,233' N      Lon 008° 42,305' W
Segeltörn vor Marokkos Küste
DIe offziellen Wetterdienste sprechen von NE 3-4; Windfinder meint aber zunächst NW 2-3 und erst später 3-4...

Wir wollen früh auslaufen, da wir rund 200 sm von Mohammedia nach Essaouira (ca. 65 sm n-lich vor Agadir) vor uns haben. Sowieso ein Nachtörn - und am zweiten Tag wollen wir vor Einbruch der Dunkelheit eintreffen. ABer die Behörden spielen uns einen Streich: VOr 0800 LT, also 1000 BZ, sind sie nicht erreichbar und ohne Pässe und Schiffspapiere können wir nicht los. Punkt 1000 BZ steht der Skipper vor der Tür - geschlossen aber nicht verschlossen. Also hinein und jeden Raum durchsucht - bis zum Gebetsraum. Doch keiner ist da... Der Zöllner im Gebäude gegenüber hat wohl den Skipper beoachtet und bedeutet ihm rüber zu kommen, als er wieder vor die Tür der Immigration tritt. Dort erfährt er, dass die Immigration just zwei neu eingetroffene Handelsschiffe vor Ort abfertigt und man 10, 20 oder auch 30 min. warten müsse...

Tatsächlich können wir um 1100 BZ auslaufen - es ist diesig und schwacher Wind aus SW liegt an - also kreuzen. Nach drei Stunden sind wir noch nicht weit gekommen und nun schläft der WInd vorübergehend völlig ein.

Nach zwei weiteren Stunden dann endlich der von Windfinder prognostizierte Wind: NW 3-4. So segeln wir mit Vollzeug vor Marokkos Küste gen Süden. Petra und Lars komponieren einen neue Nudeltopf-Creation und wünschen sich, dass er Nudeltopf-Anthana heißen möge - bin gespannt, wann das Rezept nachgereicht wird...

Zu vermerken wäre noch, dass Willi eigenen Bekundungen zufolge immer zufrieden ist, da er in der Lage ist, seine Ansprüche den Gegebenheiten anzupassen!

Mit diesen Gedanken geht es in die Nachtwachen...


19.09.2007 
Lat 33° 42,7' N      Lon 007° 23,09' W
Hafentag in Mohammedia
Die Behörden und auch die Bevölkerung sind sehr freundlich und sehr zuvorkommend. Noch besser ginge es sicher, wenn auch nur einer von uns französisch sprechen würde... Aber so sind wir halt manchmal die fünf Fragezeichen - zumindest sehen mitunter so unsere Gesichter aus... Doch mit den Behörden klappt die Verständigung auch auf Englisch. So erfüuhren wir bereits gestern abend, dass es die Zeit von Rammadan ist und nachts alle Restaurants geöffnet hätten, da nach Sonnenuntergang das Essen wieder erlaubt sei...

Na, die Auswahl der geöffneten Restaurants ist leider bescheiden - besser ginge es mit Eiscaffes, wenn uns danach der Sinn stünde... es scheint hier nicht nur Dutzende zu geben...

Immerhin fanden wir gestern abend nach etwas zum Essen (leider ohne Wein, da das Restaurant keine Alko-Schankerlaubnis besitzt) und gingen nach Mitternacht ins Bett. Leider war ein frühes Aufstehen mit den Hafenbehörden vereinbart, da der Schlepper evtl. ab 0600 LT (0800 BZ) arbeiten müsse. Wir ankern somit ab 0800 BZ in der Bucht und warten auf Freigabe, dass in der Marina der Platz frei wird... während des Wartens Badepause und Abduschen mit der Heckdusche - auch schön!

Um 1530 liegen wir dann endlich in der Marina und die Crew macht sich auf zum Einkaufen, während der Skipper auf die 100 l Diesel in Kanistern wartet, die dann auch verspätet geliefert werden. Die Crew findet zwar kein Taxi, das 4 Personen mitnimmt, aber einen Marokkaner, der fließend Schweizer-Deutsch spricht und sie zum Supermarkt chauffiert. Sie kommen mit vielfältigem Einkauf mit 2 Taxis zurück...

Mohammedia war wohl mal ein Touristenort, der nun Petro-Industrie beherbergt... einerseits tolle Parkanlagen und andererseits verfallene Gebäude und geschlossene Geschäfte und Restaurants (letztere evtl. nur wg. Rammadan)...

Abends machen wir einen gemeinsamen Spaziergang ins Flanier-Zentrum und finden in der Nähe die Trattoria Chez Angelo, wo wir günstiger als gestern aber viel besser speisen - und sogar mit Chandy - immerhin.


18.09.2007 
Lat 33° 42,07' N      Lon 007° 23,09' W
Schaffen wir es vor Einbruch der Dunkelheit bis Mohammedia
Die schönsten Windvorhersagen nützen nix, wenn sie nicht eintreffen...

Seit 0100 laufen wir mit Achterspi, ansonsten gab es in den Nachtwachen keine Besonderheiten. Morgens vor 1000 BZ wieder Delphine, diesmal aber eine andere Art - größer und anders gezeichnet, darüberhinaus nicht so verspielt. Die Delphine bleiben auch nicht so lange wie fast schon üblich bei Anthana - dafür sehen wir kurz darauf einen blasenden Wal... immer wieder können wir seinen Blas in der Ferne beobachten - bis er uns seine Heckflosse zeigt und abtaucht.

Bei 700 m Wassertiefe und lediglich 23,8 Grad Wassertemperatur nimtm sich Jürgen seine Badepause... liegt es an unseren Frotzeleien ( wo es Wale gibt, gibt es womöglich auch Haie), an dem tiefen Wasser oder an dem kalten Wasser: Jürgen bleibt nur 1-2 Minuten im Wasser... aber er hat es genossen.

Wir wollen nach Mohammedia - ca. 15 sm vor Casablanca - und keine Nachtansteuerung... außerdem wird in den Seekarten und Törnführern vor Thunfischnetzen gewarnt... Gegen 2000 BZ erreichen wir den Hafen und sind enttäuscht, da die Hafenbeschreibung wohl eher geschönt war... und kein Platz für uns frei. Eine französische Yacht signalisiert uns per UKW, dass sie morgen auslaufen wollen und wir den Platz morgen bekommen können. Also auf zum Ankern.

Der Anker hält leider nicht und wir sind gerade auf der Suche nach einem besserem Platz in der Bucht vor Mohammedia, als sich Port Control per Funk meldet und wir mögen auf die Hafenmole zulaufen. Er Würde dort mit seinem weißen Auto stehen und uns einen Platz zeigen...

Wir dürfen an einem großen gelben Schlepper fest machen und noch vor usnerem flüssigem Anleger kommt Port Control, Immigration und Zoll an Bord um die Formalitäten zu


17.09.2007 
Lat 35° 48,892' N      Lon 007° 51,467' W
Segeltörn durch die Straße von Gibraltar
Für heute sprechen die Wetterfrösche von NW-SW 2-3 bei einer See von 1 m und für morgen W-NW 3-4, später NW-N 3-4. Warten wir es ab...

Wir laufen bei Schwachwind um 1040 BZ aus und können rund 1 Stunde später das Parasail setzen um gen Afrika zu segeln. Der Wind steigert sich zunächst sogar, doch am Nachmittag dreht der Wind mehr rück als uns lieb ist. Wir müssen das Parasail bergen und setzen ganz normal die Genua und das Groß.

Zwischen durch mal wieder Delphine (fast schon langweilig..., natürlich nicht für die neue Crew) und gnießen das Dahingleiten im super-klarem Wasser der Straße von Gibraltar. Abends geht es dann mit den üblichen Segelanweisungen in den Nachtörn mit Wachwechsel: Skipper allein, Jürgen mit Willi, Petra und Lars und wieder der Skipper allein - natürlich darf jede Wache den Skipper auch wecken, was gegen 0100 auch passiert, da der Wind eingeschlafen ist und die Segel geborgen werden müssen.


16.09.2007 
Lat 37° 04,626' N      Lon 008° 07,274' W
Probeschlag vor Vilamoura
Diese ist noch nie in dieser Zusammensetzung miteinander gesegelt - wie denn auch, kommen die Mitsegler aus Niedersachsen, Franken und diesmal auch Schleswig-Holstein. (Bei den ersten beiden Überführungstörns waren ganz stark Berliner vertreten, München und die Pfalz.)

Bevor wir also den ersten Nachttörn miteinander segeln, machen wir heute nur einen Probeschlag vor Vilamoura. Bei dem starken vorherrschendem Ostwind entfällt die mögliche Alternative nach Mazagon oder Huelva zu segeln, da es mit dem Aufkreuzen dann doch zu weit wäre.

So segeln wir ganz entspannt rund 33 sm vor Vilamoura und bekommen abends sogar den selben Platz zugewiesen. Die Sicherheitseinweisung haben wir auch noch vervollständigt und sind so gut für das Queren der Strasse von Gibraltar gut vorbereitet.


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